Die Zahlen auf der Verpackung sehen vergleichbar aus. Sie sind es meistens nicht – weil drei verschiedene Einheiten dieselbe Überschrift tragen und die Laufzeit für eine Stufe gilt, die kaum jemand benutzt.
Ein Akku-Stielstaubsauger wird über Saugleistung und Laufzeit verkauft – und genau diese beiden Angaben sind am schwersten zu lesen. Von den 22 Geräten in unserem Vergleich nennt der Hersteller nur bei 10 eine Saugleistung in Air Watt. Bei sieben Markengeräten fehlt sie ganz, fünf weitere haben gar keine auffindbare Herstellerseite. Diese Seite geht der Reihe nach durch, was die Angaben bedeuten, wo sie sich widersprechen und welche Punkte im Alltag wirklich zählen.
Drei Einheiten stehen auf den Kartons, und keine lässt sich in eine andere umrechnen:
dreame nennt beim Z30 gleich zwei davon: 310 AW und 28 kPa. Beim V20 Pro-A sind es sogar drei Einheiten für ein einziges Gerät – 210 AW, 24 kPa und 610 W Nennleistung. Samsung schreibt beim Jet 75E PetPRO „bis zu 200 W Saugleistung“ bei „550 W Motorleistung“: zwei Wattzahlen auf einem Datenblatt, zwei völlig verschiedene Bedeutungen.
Wie wacklig die Einheit selbst ist, zeigt der Samsung Jet 60 Turbo. In Deutschland ist er als „150 W (Max.)“ ausgewiesen, auf Samsungs französischen und belgischen Seiten als „150 AW“ – gleiche Zahl, andere Einheit. Rowenta nennt beim X-Pert 6.60 Essential nur „100 W“, ohne zu sagen, ob Air Watt gemeint sind. Zum Vergleich: Die Rowenta-Modelle X-Force Flex 13.60 Allergy und 9.60 Allergy stehen mit 150 beziehungsweise 100 Air Watt klar ausgewiesen da.
Bei zwölf der 22 Geräte steht gar keine vergleichbare Zahl: Bosch nennt weder zum Unlimited 7 noch zum Unlimited Serie 8 ProPower eine, ebenso wenig AEG, Levoit (beide Modelle) und Einhell. Bei fünf beliebten Angeboten – Akitas, Bulelink, JRFYHFT, SMOTURE und Fieety – ist nicht einmal eine Herstellerseite auffindbar (was hinter ihren 55.000 Pa steckt, steht hier), und Rowentas „100 W“ beim X-Pert 6.60 zählen wir nicht mit, weil die Einheit offenbleibt. AEG wirbt stattdessen damit, der Ergorapido sei „saugstark wie ein herkömmlicher 2.200-W-Staubsauger“ – das ist ein Vergleich, keine Angabe.
Die beworbene Laufzeit ist die der sparsamsten Stufe. Manche Hersteller schreiben es dazu: Dyson nennt beim V11 Advanced „bis 60 Minuten“ ausdrücklich für den Eco-Modus, Rowenta beim X-Pert 6.60 Essential 45 Minuten im Eco-Modus. Was auf der stärksten Stufe übrig bleibt, steht bei den wenigsten dabei.
Beim X-Pert 6.60 Essential kommt eine zweite Einschränkung dazu: Die 45 Minuten gelten für den Betrieb als Handgerät. Als Bodenstaubsauger, also mit angetriebener Bodendüse, nennt Rowenta 27 Minuten. Gleiches Gerät, gleicher Akku, zwei Zahlen.
So sieht die Spanne im Feld aus:
Zwei Geräte fallen aus der Reihe. Zum roborock H60 Ultra nennt der Hersteller überhaupt keine Laufzeit. Und Einhell nennt beim TE-SV 18 Li-Solo bis zu 80 Minuten – allerdings mit einem 6-Ah-Akku, der bei der „Solo“-Version gar nicht mitgeliefert wird. Mit den übrigen Zahlen ist das nicht vergleichbar.
Motor, Gehäuse und Düse halten länger als die Zellen. Ob sich der Akku tauschen lässt, entscheidet deshalb darüber, ob du in ein paar Jahren ein neues Gerät kaufst oder nur ein neues Teil.
Bei zwölf der 22 Geräte ist der Akku laut Hersteller wechselbar oder entnehmbar, unter anderem beim Dyson V11 Advanced, beim Samsung Jet 75E PetPRO, beim roborock H60 Ultra, beim Rowenta X-Force Flex 9.60 Allergy und beim Rowenta X-Pert 6.60 Essential. Dyson rechnet den Nutzen direkt vor: Mit einem zweiten Akku sind bis zu 120 Minuten drin – statt 60. Die beiden Bosch Unlimited nutzen Akkus des hauseigenen 18-V-Systems. Beim Einhell TE-SV 18 Li-Solo bedeutet das „Solo“ im Namen: ohne Akku und ohne Ladegerät. Beides kaufst du dazu.
Die zweite Zahl, die im Alltag zählt, ist die Ladezeit – und die streut stark, sogar innerhalb einer Marke:
Zwei Bosch-Geräte mit derselben Laufzeit von 35 Minuten, aber 1:11 h gegen 5:30 h Ladezeit: Wer zwischendurch nachladen will, merkt den Unterschied deutlicher als jede Air-Watt-Zahl.
Lange Haare wickeln sich um die rotierende Bodenwalze und müssen dort mit der Schere herausgeschnitten werden. Dagegen gibt es eine konstruktive Lösung: Anti-Verhedderungs-Walzen leiten lange Haare seitlich zum Sauganschluss, statt sie aufzuwickeln. In diesem Feld werben dreame, Levoit und roborock ausdrücklich damit.
Eine Kennzahl dafür gibt es nicht, und deshalb fließt das Merkmal auch nicht in die Punktzahl ein. Wenn im Haushalt ein Hund oder eine Katze lebt, ist es trotzdem der Punkt, der über den Aufwand nach dem Saugen entscheidet. Welche Geräte damit werben und worauf du sonst achten solltest, steht unter Akkustaubsauger für Tierhaare.
Der Staubbehälter bestimmt, wie oft du eine Runde unterbrechen musst. Die Spanne ist größer, als man denkt: Sie reicht von 0,4 l beim Rowenta X-Force Flex 9.60 Allergy bis 0,8 l beim Samsung Jet 75E PetPRO. Dazwischen liegen der dreame Z30 und der dreame R20 mit je 0,6 l, der Rowenta 13.60 Allergy mit 0,65 l, der Levoit LVAC-200 mit 0,75 l und der Dyson V11 Advanced mit 0,76 l.
Wichtiger als die reine Zahl ist die zweite Frage: Was davon darf unter Wasser? Samsung gibt beim Jet 75E PetPRO an, dass sich der 0,8-l-Behälter komplett auswaschen lässt. roborock nennt beim H60 Ultra sowohl einen waschbaren Behälter als auch einen waschbaren HEPA-Filter. Das ist der Unterschied zwischen einem Gerät, das man reinigen kann, und einem, bei dem man Ersatzfilter nachkauft.
Hier ist der Fallstrick am größten, weil die Hersteller nicht dasselbe wiegen. Bosch gibt für beide Unlimited-Modelle 3,3 kg an, und zwar ausdrücklich „betriebsbereit gemessen“ – also mit Rohr und Bodendüse. Die meisten anderen Marken wiegen nur das Handteil.
Deshalb stehen im Vergleich Zahlen nebeneinander, die man nicht gegeneinander lesen darf: 2,2 kg beim dreame Z30 (dreame nennt das „Gewicht des Saugkörpers“), 1,7 kg Nettogewicht beim roborock H60 Ultra, 1,45 kg beim Levoit LVAC-200, 1,2 kg beim Rowenta X-Force Flex 13.60 Allergy und 1,1 kg beim 9.60 Allergy – die letzten beiden jeweils als Handteil.
Drei Situationen, in denen du mit einem Akku-Stielstaubsauger als einzigem Gerät schlecht fährst:
Ein vierter Punkt betrifft nicht das Gerät, sondern die Datenlage. Das meistbewertete Gerät der ganzen Kategorie ist der Akitas V8 3in1: 19.294 Bewertungen bei 4,0 Sternen, 65,99 €. Zu diesem Gerät gibt es keine auffindbare Herstellerseite und damit keinen einzigen belegten technischen Wert. Zum Vergleich: Der Levoit LVAC-200 MAX kommt auf 14.434 Bewertungen bei 4,5 Sternen und ist damit das meistbewertete Markengerät im Feld. Das muss kein Ausschlusskriterium sein – du solltest nur wissen, dass du in dem Fall ausschließlich nach Bewertungen kaufst. Wie wir damit umgehen, steht unter Wie wir bewerten.
18 Geräte nach Saugleistung, Laufzeit, Akku und Behälter sortiert – mit allen Werten offen im Datenblatt und der Quelle je Angabe.
Wie unsere Punktzahl zustande kommt, erklären wir unter Wie wir bewerten.
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